Google weiß, wonach jemand sucht. LinkedIn weiß, wer jemand ist. ChatGPT kann zunehmend etwas anderes verstehen: Welches Problem möchte diese Person lösen? Für B2B-Marketer ist dieser Unterschied entscheidend. Eine klassische Google-Suche könnte „Projektportfoliomanagement-Software“ lauten. Eine Unterhaltung in ChatGPT könnte dagegen so aussehen:
Wir haben rund 500 Beschäftigte und mehr als 70 aktive Projekte. Unser größtes Problem ist, dass mehrere Projekte um dieselben Fachkräfte konkurrieren und das Management nicht erkennen kann, ob wir für das nächste Quartal genügend Kapazitäten haben. Nach welcher Art von Software sollten wir suchen?
Beide Nutzer kaufen am Ende möglicherweise dieselbe Software. Doch die zweite Interaktion verrät uns erheblich mehr über:
- das geschäftliche Problem,
- den organisatorischen Kontext,
- die Anforderungen,
- die Recherchephase,
- die mögliche Lösungskategorie
- und eine potenzielle Kaufabsicht.
Deshalb besteht einer der interessantesten Aspekte von ChatGPT Ads für B2B nicht einfach in einer zusätzlichen Werbeplatzierung. Entscheidend ist die Möglichkeit, Kampagnen an Kaufsituationen und der Absicht innerhalb einer Unterhaltung auszurichten. Wie das funktioniert, erklären wir in diesem Artikel.
Sie möchten zunächst einen umfassenden Überblick? Laden Sie den Leitfaden herunter: ChatGPT Ads: Der vollständige Leitfaden 2026

Warum sich ChatGPT Ads von klassischer B2B-Werbung unterscheiden
Die meisten B2B-Werbeplattformen stützen sich vor allem auf eines von zwei Signalen.
Suchintention
Google Ads erfasst, wonach jemand aktiv sucht. Das kann äußerst wertvoll sein, denn eine Suchanfrage wie Enterprise-PPM-Software zeigt bereits Interesse an einer bestimmten Lösungskategorie. Suchanfragen sind jedoch häufig kurz und liefern nur wenige Informationen über die umfassendere geschäftliche Situation.
Zielgruppensignale
LinkedIn hat eine andere Stärke: Werbetreibende können Menschen anhand beruflicher Merkmale erreichen, zum Beispiel:
- Position,
- Hierarchieebene,
- Branche,
- Unternehmen,
- Unternehmensgröße,
- berufliche Interessen.
Für das B2B-Marketing ist das sehr wirkungsvoll. Die Information, dass jemand Leiter eines PMO in einem Fertigungsunternehmen ist, sagt jedoch noch nicht aus, ob diese Person aktuell ein Problem mit der Ressourcenplanung hat.
Intention im Gesprächskontext
ChatGPT bringt ein drittes Signal ins Spiel: Nutzer erklären häufig, was sie erreichen möchten. Zum Beispiel:
Welche Software könnte unserem PMO helfen, Ressourcenengpässe zu erkennen, bevor wir neue Projekte freigeben?
Damit verstehen wir potenziell: Wer die Lösung benötigen könnte + welches Problem vorliegt + was die Person gerade recherchiert. Laut OpenAI berücksichtigt das System zur Anzeigenauslieferung mehrere Signale, darunter Kontext und Absicht der aktuellen Unterhaltung sowie Landingpage, Titel und Text der Anzeige, vom Werbetreibenden bereitgestellte Kontexthinweise und ausgewählte Targeting-Einstellungen. Der Gesprächskontext gehört damit zu den prägenden Eigenschaften der Plattform.
Vom Keyword-Targeting zu konkreten Kaufsituationen
Das bedeutet nicht, dass Keywords plötzlich irrelevant werden. Sie sind jedoch nicht mehr der beste Ausgangspunkt für die Kampagnenstrategie. Stellen Sie sich ein B2B-SaaS-Unternehmen vor, das Projektportfoliomanagement-Software verkauft. Bei klassischer Suchmaschinenwerbung würde die Planung möglicherweise mit einer Keyword-Liste beginnen:
- Projektmanagement-Software
- PPM-Software
- Portfoliomanagement-Software
- Ressourcenplanungssoftware
- Enterprise-Projektmanagement
- Projektportfolio-Tool
Diese Begriffe sind hilfreich, bilden aber nur einen Teil des Kaufprozesses ab. Eine stärkere Strategie für ChatGPT Ads fragt:
In welchen Situationen sollte unser Produkt für potenzielle Kunden relevant werden?
Das führt uns zu Intent-Clustern.
Was ist ein Intent-Cluster?
Ein Intent-Cluster fasst verwandte Kaufsituationen, Fragen und Bedürfnisse zusammen, die eine bestimmte kommerzielle Absicht ausdrücken. Statt Kampagnen ausschließlich nach Keywords zu strukturieren, richten Sie sie danach aus, warum potenzielle Kunden ein Thema recherchieren. Für einen Anbieter von PPM-Software könnten sechs sinnvolle Intent-Cluster so aussehen:
1. Problemorientierte Intention
Der potenzielle Kunde versteht das Problem, weiß aber möglicherweise noch nicht, welche Art von Lösung benötigt wird. Beispiele:
Warum konkurrieren unsere Projekte ständig um dieselben Ressourcen?
Wie erkennen wir, ob wir genügend Kapazitäten für die anstehenden Projekte haben?
2. Lösungsorientierte Intention
Der Käufer versteht ungefähr, welche Art von Lösung helfen könnte.
Welche Software hilft dabei, Ressourcen über mehrere Projekte hinweg zu steuern?
3. Evaluierungsintention
Der Nutzer prüft aktiv eine Lösungskategorie.
Welche PPM-Software eignet sich für ein Unternehmen mit 500 Beschäftigten?
4. Vergleichsintention
Der Nutzer vergleicht Produkte oder Ansätze.
Welche Unterschiede gibt es zwischen Anbieter A und Anbieter B?
5. Suche nach Alternativen
Das Unternehmen erwägt möglicherweise, einen bestehenden Anbieter zu ersetzen.
Welche guten Alternativen gibt es zu unserer aktuellen Projektportfolio-Software?
6. Kaufintention
Der Käufer nähert sich einer engeren Auswahl oder einer Kaufentscheidung.
Welche Enterprise-PPM-Anbieter sollten wir prüfen?
Diese sechs Unterhaltungen sollten nicht zwangsläufig dieselbe Anzeige auslösen. Wahrscheinlich sollten auch nicht alle auf derselben allgemeinen Startseite landen.
Wie Kontexthinweise in ChatGPT Ads funktionieren
Eines der wichtigsten Konzepte, die B2B-Marketer verstehen sollten, ist der Kontexthinweis (Context Hint). OpenAI beschreibt Kontexthinweise als zusätzliche Informationen auf Anzeigengruppenebene, die dem System helfen zu verstehen, wann Anzeigen für Unterhaltungen oder Nutzerverläufe in ChatGPT relevant sein könnten. Hier machen viele Werbetreibende anfangs möglicherweise einen Fehler: Sie behandeln Kontexthinweise wie Google-Ads-Keywords. Das sind sie jedoch nicht. OpenAI erklärt ausdrücklich, dass Kontexthinweise keine Steuerung über exakte Übereinstimmungen darstellen und nicht garantieren, dass eine Anzeige bei einem bestimmten Wort, Thema oder Gespräch erscheint.
Stattdessen verdeutlichen sie beispielsweise:
- was Ihr Produkt leistet,
- wem es hilft,
- welches Kundenbedürfnis es adressiert,
- wann es nützlich ist,
- welche Arten von Unterhaltungen relevant sein könnten.
Schwache und starke Kontexthinweise für ChatGPT Ads
Nehmen wir ein Unternehmen, das Software für Ressourcen- und Portfoliomanagement verkauft.
Zu allgemein
Projektmanagement-Software
Das gibt dem System einen Hinweis auf die Kategorie, aber kaum auf die konkrete Kaufsituation.
Besser
Enterprise-Software für Projekt- und Ressourcenmanagement für Organisationen, die mehrere parallele Projekte und gemeinsam genutzte Fachkräfte steuern.
Damit steht mehr Kontext zur Verfügung.
Noch präziser
Relevant für PMOs und Projektverantwortliche, die Möglichkeiten prüfen, Ressourcenengpässe zu erkennen, Kapazitäten über mehrere Projekte hinweg zu planen und Portfolios zu priorisieren, bevor Ressourcen fest zugesagt werden.
Jetzt beschreiben wir die Situation und nicht nur die Kategorie. Das entspricht viel stärker der tatsächlichen Recherche komplexer Software durch B2B-Käufer. Auch OpenAI empfiehlt, reale Bedürfnisse und Anwendungsfälle in natürlicher Sprache zu beschreiben, statt unzusammenhängende Begriffe zu verwenden.
Eine Anzeigengruppe sollte einen klar abgegrenzten Intent-Bereich abdecken
Ein häufiger Fehler im Performance Marketing besteht darin, zu viele unterschiedliche Themen in derselben Kampagnenstruktur zusammenzufassen. Bei ChatGPT Ads empfiehlt sich ein anderer Ansatz. OpenAI rät dazu, jede Anzeigengruppe auf eine gemeinsame Produktkategorie, ein Thema oder ein Kundenbedürfnis auszurichten. Deutlich unterschiedliche Anwendungsfälle sollten getrennt werden, wenn dafür andere Botschaften oder Landingpages sinnvoll sind. Zum Beispiel:
Kampagne: Enterprise-PPM-Software
Anzeigengruppe 1 — Kontext Ressourcenkapazität:
- Kapazitätsengpässe
- gemeinsam genutzte Ressourcen
- Ressourcenkonflikte
- Überlastung
- Ressourcenprognosen
Anzeigengruppe 2 — Kontext Portfoliopriorisierung:
- Projektpriorisierung
- Portfolioentscheidungen
- Investitionsallokation
- Projektauswahl
- Portfoliotransparenz
Anzeigengruppe 3 — Kontext Enterprise-PPM-Auswahl:
- Enterprise-PPM-Software
- Softwareevaluierung
- Erstellung einer engeren Auswahl
- Vergleich von PPM-Anbietern
Anzeigengruppe 4 — Kontext Wettbewerbsalternativen:
- alternative Lösungen
- Softwarewechsel
- Ablösung älterer PPM-Systeme
- Wettbewerbsvergleiche
Alle Gruppen beziehen sich auf dasselbe Produkt. Sie stehen jedoch für unterschiedliche Gründe, warum jemand es benötigen könnte.

Stimmen Sie die Anzeige auf die Unterhaltung ab
Daraus ergibt sich vielleicht das wichtigste B2B-Prinzip: Unterschiedliche Unterhaltungen brauchen unterschiedliche Botschaften. Stellen Sie sich diese fünf Anzeigen für dieselbe PPM-Plattform vor.
Anzeige A — Ressourcenproblem
Verhindern Sie Ressourcenüberlastung über mehrere Projekte hinweg. Diese Botschaft ist relevant, wenn es im Gespräch um Kapazitätskonflikte geht.
Anzeige B — Portfolioperspektive
Priorisieren Sie Projekte, bevor sie Kapazitäten binden. Hier spricht die Botschaft die Steuerung des Portfolios an.
Anzeige C — PMO-Anwendungsfall
Eine Portfolioübersicht für Projekte, Ressourcen und Risiken. Das adressiert unmittelbar die operativen Anforderungen eines PMO.
Anzeige D — Enterprise-Käufer
Projektportfoliomanagement für komplexe Organisationen. Der Schwerpunkt liegt nun auf der Komplexität großer Unternehmen.
Anzeige E — Wettbewerbliche Bewertung
Sie prüfen Enterprise-PPM-Software? Erfahren Sie, wie unser Ansatz Kapazitäts- und Portfolioplanung unterstützt. Diese Botschaft passt wesentlich besser zu einem Käufer, der bereits Anbieter bewertet. Dasselbe Produkt, aber ein anderer Einstieg in die Unterhaltung.

Die Landingpage sollte dieselbe Intention weiterführen
Die Abstimmung sollte nicht bei der Anzeige enden. Laut OpenAI kann das Werbesystem bei der Relevanzbewertung auch die Landingpage berücksichtigen. Das macht die Landingpage-Strategie besonders wichtig. Ein wenig überzeugender Ablauf sieht so aus: Unterhaltung
Wie verhindern wir Ressourcenkonflikte über mehrere Projekte hinweg?
↓
Anzeige
Moderne Projektmanagement-Software
↓
Landingpage Allgemeine Startseite mit 25 Produktfunktionen. Die Botschaft wird dabei zunehmend unspezifisch. Ein stärkerer Ablauf sieht so aus:
Unterhaltung
Wie verhindern wir Ressourcenkonflikte über mehrere Projekte hinweg?
↓
Anzeige
Erkennen Sie Ressourcenengpässe, bevor sie Projekte verzögern.
↓
Landingpage Ressourcen- und Kapazitätsmanagement für Umgebungen mit mehreren Projekten. So entsteht ein deutlich klarerer Zusammenhang: Intention → Botschaft → Landingpage → Conversion
B2B-Targeting mit ChatGPT Ads: Denken Sie in drei Ebenen
B2B-Unternehmen sollten das Targeting für ChatGPT Ads aus unserer Sicht auf drei getrennten Ebenen betrachten.
Ebene 1: Markt
Wo soll die Kampagne laufen? Beispiele:
- Deutschland
- DACH
- Vereinigtes Königreich
- USA
- bestimmte unterstützte europäische Märkte
ChatGPT Ads wurde im August 2026 auf 31 europäische Märkte ausgeweitet; Ende August wurde in diesen Märkten der Self-Service-Zugang zum Ads Manager verfügbar. Damit wird ChatGPT Ads für europäische B2B-Kampagnen zunehmend praktikabel.
Ebene 2: Zielgruppen auf Basis eigener Daten
Verfügen Sie über relevante Kunden- oder Interessentendaten? OpenAI unterstützt Custom Audiences mit Identifikatoren wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern, gehashten Kennungen und Google Advertising IDs. Custom Audiences lassen sich aktuell nutzen für:
- Einbeziehung,
- Ausschluss,
- Gebotsanpassungen auf Anzeigengruppenebene.
Für eng gefasstes B2B-Targeting gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: Die Einbeziehung von Zielgruppen und Gebotsanpassungen erfordern mindestens 25.000 zugeordnete Nutzer. Kleinere Zielgruppen können dagegen für Ausschlüsse verwendet werden. OpenAI empfiehlt mindestens 100.000 zugeordnete Nutzer für die Einbeziehung oder Gebotsanpassungen. Für viele sehr gezielte ABM-Listen bleibt LinkedIn deshalb besser für die direkte Ansprache bestimmter Unternehmen oder Personen geeignet.
Ebene 3: Intention
Schließlich: Was versucht der Käufer gerade offenbar zu erreichen? Hier kommen Kontexthinweise, Kampagnenstruktur, Anzeigenbotschaft und Relevanz der Landingpage zusammen.
ChatGPT Ads ersetzen kein LinkedIn-ABM
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig. Nehmen wir an, Sie möchten folgende Zielgruppe erreichen:
CIOs bei 300 namentlich festgelegten Großunternehmen in Deutschland.
LinkedIn oder eine ABM-Plattform ist für diese Anforderung möglicherweise weiterhin deutlich besser geeignet. ChatGPT Ads werden potenziell dann interessanter, wenn die Frage lautet:
Welche Nutzer führen gerade Unterhaltungen über das Problem, das unsere Software löst?
Das sind unterschiedliche Targeting-Ansätze. Ein künftiger B2B-Marketing-Stack könnte deshalb ungefähr so aussehen:
LinkedIn Wen möchten wir erreichen?
Google Nach welchem konkreten Bedarf wird gesucht?
ChatGPT Welches Problem möchten die Nutzer lösen? Gemeinsam können diese Signale sehr unterschiedliche Phasen des Kaufprozesses abdecken.
Wo ChatGPT Ads im B2B-Funnel ansetzen können
B2B-Käufer springen selten direkt von der ersten Aufmerksamkeit zur Demo-Anfrage. Sie durchlaufen verschiedene Phasen. Gespräche in ChatGPT können potenziell während des gesamten Prozesses stattfinden.
Problem erkennen
Warum überschreiten unsere Projekte ständig die Termine?
Mögliches Angebot: Leitfaden zu den häufigsten Ursachen von Lieferproblemen im Projektportfolio
Problem eingrenzen
Wie verbessern wir die Planung unserer Ressourcenkapazitäten?
Mögliches Angebot: Checkliste für die Planung von Ressourcenkapazitäten
Lösungen recherchieren
Welche Art von Software hilft uns, Ressourcen über mehrere Projekte hinweg zu steuern?
Mögliches Angebot: Leitfaden zu Ressourcenmanagement-Software
Evaluierung
Welche Enterprise-PPM-Plattformen unterstützen Ressourcenplanung?
Mögliches Angebot: Kaufleitfaden für PPM-Software
Vergleich
Welche Unterschiede gibt es zwischen Plattform A und Plattform B?
Mögliches Angebot: Vergleichsseite oder Bewertungsrahmen
Kauf
Welche Anbieter sollten wir in die engere Auswahl nehmen?
Mögliches Angebot: Produktdemo Der CTA sollte sich deshalb mit dem Grad der Kaufabsicht des Interessenten weiterentwickeln.
Nicht jede ChatGPT-Anzeige sollte zu einer Demo auffordern
Das ist im B2B-SaaS-Bereich besonders wichtig. Wer gerade ein Problem recherchiert, ist möglicherweise noch nicht bereit für: Demo buchen Befindet sich das Gespräch in einer frühen Phase, kann ein Angebot mit geringerer Einstiegshürde besser funktionieren. Beispiele sind:
- Whitepaper,
- Kaufleitfäden,
- Checklisten,
- Vorlagen,
- Assessments,
- Benchmarks,
- Reifegradmodelle,
- ROI-Tools,
- Migrationsleitfäden.
Bei einem Gespräch mit hoher Kaufintention kann eine Demo oder Beratung dagegen sehr sinnvoll sein. Das zugrunde liegende Prinzip lautet:
Stimmen Sie die gewünschte Conversion auf den Reifegrad der Kaufintention ab.
So erstellen Sie Ihre erste B2B-Kampagne mit ChatGPT Ads
Ein praxisnaher erster Test braucht keine Dutzenden von Kampagnen. Beginnen Sie mit einer überschaubaren Struktur.
Schritt 1: Wählen Sie ein geschäftlich relevantes Problem
Starten Sie nicht mit Ihrem gesamten Produktportfolio. Wählen Sie ein konkretes, relevantes Geschäftsproblem. Beispiel: Ressourcen- und Kapazitätsplanung
Schritt 2: Identifizieren Sie drei bis vier Intent-Cluster
Zum Beispiel:
- Ressourcenkonflikte,
- Kapazitätsprognosen,
- Bewertung von Ressourcenmanagement-Software,
- PPM-Vergleich.
Schritt 3: Erstellen Sie fokussierte Anzeigengruppen
Jede Anzeigengruppe sollte ein zusammenhängendes Bedürfnis oder eine konkrete Situation abbilden.
Schritt 4: Formulieren Sie aussagekräftige Kontexthinweise
Beschreiben Sie:
- das Problem,
- die Kaufsituation,
- den Anwendungsfall,
- die relevante Produktfunktion.
Fügen Sie nicht einfach eine Keyword-Liste ein.
Schritt 5: Entwickeln Sie mehrere Botschaften
OpenAI empfiehlt mehrere Anzeigen pro Anzeigengruppe, damit Werbetreibende unterschiedliche Botschaften testen können. Testen Sie verschiedene Blickwinkel, zum Beispiel:
- Problem,
- gewünschtes Ergebnis,
- Produktfunktion,
- Zielrolle,
- Kaufentscheidung.
Schritt 6: Stimmen Sie die Landingpage ab
Leiten Sie nicht jeden Klick auf die Startseite.
Schritt 7: Implementieren Sie Conversion-Tracking
OpenAI unterstützt für die Conversion-Messung aktuell den OpenAI Pixel, die Conversions API oder beide Ansätze gemeinsam. Als Conversions können beispielsweise folgende Aktionen erfasst werden:
- Lead-Anfragen,
- Registrierungen,
- Käufe,
- weitere konfigurierte Conversion-Ereignisse.
Für eine bessere Messung empfiehlt OpenAI, Pixel und Conversions API dort, wo es sinnvoll ist, gemeinsam einzusetzen.
Schritt 8: Bewerten Sie die Intention, nicht nur die Anzeigen
Fragen Sie nicht nur:
Welches Werbemittel erzielte die höchste CTR?
Fragen Sie auch:
Welche Kaufsituation führte zum besten geschäftlichen Ergebnis?
Das ist häufig die wertvollere Erkenntnis.
Welche KPIs sind für B2B-ChatGPT-Ads wichtig?
Die üblichen Werbekennzahlen bleiben relevant:
- Impressionen,
- CTR,
- CPC,
- Werbeausgaben,
- Conversions,
- Conversion-Rate,
- CPL.
B2B-Marketer sollten jedoch weitergehen. Entscheidend sind letztlich folgende Fragen:
- Welcher Intent-Cluster generiert Leads?
- Welche Leads qualifizieren sich?
- Welche Gespräche scheinen SQLs zu erzeugen?
- Welche Anzeigengruppen führen zu Verkaufschancen?
- Welcher Pipeline-Wert entsteht?
- Welche Intention liefert das beste Verhältnis von Kosten zu Pipeline-Wert?
Ein niedriger CPC bedeutet nicht automatisch eine gute B2B-Kampagne. Ein höherer CPC kann dagegen völlig akzeptabel sein, wenn er Käufer mit konkreter Kaufabsicht erreicht.
Wie sieht es mit CTR- und CPC-Benchmarks für ChatGPT Ads aus?
Die Werbeplattform befindet sich noch in einer frühen Phase. OpenAI hat keine maßgeblichen branchenweiten B2B-Benchmark-Tabellen veröffentlicht. Werbetreibende sollten deshalb allgemeine Angaben zu einer „guten CTR“ oder einem „durchschnittlichen CPC“ kritisch betrachten. Sinnvoller ist es, eigene Vergleichswerte aufzubauen, differenziert nach:
- Intent-Cluster,
- Land,
- Anzeigenbotschaft,
- Landingpage,
- Lead-Qualität.
Ihre ersten Kampagnen sollten daher zum Teil als Lernkampagnen verstanden werden. Das ist keine Schwäche, sondern häufig genau der richtige Ansatz, um neue bezahlte Kanäle zu bewerten.
Der größte Fehler: Google Ads in ChatGPT nachbauen
Es gibt einen einfachen Weg, das Potenzial dialogbasierter Werbung zu verschenken: Übernehmen Sie Ihre bestehende Google-Ads-Keyword-Struktur in ChatGPT Ads, ohne sonst etwas zu ändern. Damit geht das Interessante an diesem Kanal verloren. Google-Suchanzeigen erfassen sehr gut eine explizite Suchnachfrage. ChatGPT Ads eröffnen potenziell den Zugang zu ausführlicheren Problembeschreibungen und einer ergebnisoffenen Recherche. Fragen Sie deshalb nicht:
Welche Keywords sollten wir übertragen?
Sondern:
Welche Kaufsituationen verbergen sich hinter diesen Keywords?
Das ist ein deutlich besserer Ausgangspunkt für die Gestaltung von B2B-Kampagnen.
Ein Beispiel für eine B2B-Kampagne mit ChatGPT Ads
Stellen Sie sich eine SaaS-Plattform namens Planora vor, die Projektportfolio- und Ressourcenmanagement anbietet. Ihre erste Kampagne könnte so aussehen:
Kampagne
Enterprise-Projekt- und Portfoliomanagement
Anzeigengruppe 1 Ressourcen- und Kapazitätsprobleme. Kontextthemen:
- überlastete Ressourcen
- Kapazitätsengpässe
- projektübergreifende Konflikte
- Planung künftiger Kapazitäten
